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Autor Thema: [Spielberricht] Die Abenteuer von Lina und Bliss  (Gelesen 842 mal)

Mordron

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[Spielberricht] Die Abenteuer von Lina und Bliss
« am: 08. April 2020, 14:55:23 »

Hallo alle zusammen,

haben vor kurzem eine kleine Kampagne gestartet, die ich hier mal mit euch teilen wollte.

Die Protagonisten:

Lina, Blutelfe, Kriegerin mit einer Spezialisierung auf einen SEHR großen Bogen

Bliss, Mensch, Späher die sehr geschickt mit Messern und Schwertern ist

Wie ihr hier vermutlich sehen werdet, haben wir ein wenig Homebrew eingebaut: Gewisse Fernkampfwaffen können mit Stärke geführt werden und gewisse nahkampfwaffen mit Geschick. ^^

Ansonsten wünsche ich euch viel Spaß beim lesen  ;D

Prolog: Die Runen des Vergessens

Die große Elfe kam zu sich und schaute sich um. Sie war in einem dunklen, kalten Raum aus Stein. Blitzschnell sprang sie auf und griff nach ihrem treuen Großbogen.  Sie sah nur einen breiten Gang im Westen, der in einer T-Kreuzung endete und zwei Türen, eine im Norden und eine im Süden. Noch jemand war mit ihr im Raum. Eine junge Frau, die neben ihr lag und noch schlief. Lina stupste sie an, diese grunzte jedoch nur. Nach einigen versuchen gab die Frau den Versuch zu schlafen auf, streckte und rekelte sich um schließlich aufzustehen. Diese Frau war keine Elfe, das konnte Lina deutlich sehen.

„Oh man, wie viel habe ich gestern getrunken?“, fragte die Frau sich umsehend, „Wo bin ich hier und wer bist du?“ Sie war verwirrt, doch schien keine Angst zu haben. Sie wirkte eher wie ein neugieriges Kind und schien die Situation sehr gelassen zu nehmen.

„Ich weiß es nicht.“, entgegnete Lina, sich ihre blonden Haare aus dem Gesicht streifend, „Ich bin hier auch gerade erst zu mir gekommen…das letzte woran ich mich erinnere ist, das ich einen Gasthof betreten habe.“ Die Frau nickte.

„Ja, daran kann ich mich auch erinnern…ich lief durch dieses kleine Dorf namens Fichtenberg, und betrat dann dieses Gasthaus…ich glaube es hieß „Am Waldesrand“ oder so.“ Sie sah an sich herunter und überprüfte ihren Beutel. „Also bei mir ist noch alles da.“

Daran hatte Lina noch gar nicht gedacht. Auch sie überprüfte ihre Tasche. Decke, Wasserschlauch…alles schien da zu sein, doch noch etwas war dabei: Ein kleines Stück Pergament, das eine Karte darstellt und Notizen in ihrer Handschrift waren beinhaltete: Fandorai’s Versteck am Fuß des Fichtenbergs beim Stillen Weiher - ca. 4 Wegstunden weiter unten in einer Ecke standen noch. Nackte-Troll-Rot und Schwarz.  „Sieht aus, als wären wir hierhin freiwillig gegangen. Ich glaube wir sind vom Gasthaus in ein Versteck gestapft, nur weiß ich nicht warum.“, erklärt Lina nachdenklich.

„Dann können wir aber immerhin davon ausgehen, dass wir uns in dem Gasthof kennen gelernt und gut verstanden haben.“, entgegnet die Frau lächelnd und reicht ihr die Hand. "Dann auf ein neues, mein Name ist Bliss.“ Lina war überrascht einen elfischen Namen zu hören, sah sie einer Elfe doch gar nicht ähnlich. „Und wie ist dein Name?“

„Ich heiße Lina.“

Bliss lächelt freundlich. „Freut mich sehr. Ich muss zugeben, ich habe noch nie eine Elfe gesehen, die so groß ist wie du, du bist ja schon fast ein Riese.“ Lina war mit 1,95 recht durchschnittlich für ihr Volk. Bliss biss sich auf die Unterlippe, während sie weiter Lina musterte „Oder gar so Muskulös.“ Lina bekam ein mulmiges Gefühl und trat zurück.

„Ähm, danke, schätze ich…was ist mit dir? Du siehst nicht aus wie eine Elfe.“ Bliss kichert.

„Bin ich ja auch nicht, ich bin ein Mensch. Die bessere Frage ist, was wir hier jetzt machen?“ Sie klopfte sich den Staub von ihren löchrigen, alten Kleidern ab und sah sich um.

„Wir sollten erst einmal gucken ob wir hier raus kommen. Lass uns durch den großen Gang da gehen, sieht nach einem Ein- oder Ausgang aus, wenn du mich fragst.“ Lina machte sich auf und Bliss folgte, fröhlich und ohne jegliche Angst. „Du nimmst das alles sehr gelassen. Hast du denn keine Angst im Dunkeln?“

„Warum sollte ich? Ich kann doch alles Prima sehen.“ Lina meinte sich wage daran zu erinnern, dass Menschen recht Schwache Sicht hatten.

„Ich dachte ihr Mensch könnt im Dunkeln nicht sehen.“

„Für die meisten stimmt das wohl, aber ich komme gut klar. Mach‘ die keine Sorgen um mich.“ Sie bogen in den Linken Gang ab, der sie um zwei rechte Ecken führte. Der Gang bog weit vorne wieder nach rechts ab, doch davor gab es noch eine Abzweigung nach links. Sie nahmen die Abzweigung und fanden sich nach fünf Minuten und eine natürliche Höhle später wieder draußen am Fuße eines Berges vor. Bliss konnte unten am Fluss ein Dorf erkennen. „Da kommen wir denke ich her. Wenn ich mich richtig entsinne, heißt dieses Dorf Fichtenberg…oder war das der Name es Berges?“ Sie stand nachdenklich da und stemmte die Hände in die Hüften.

„Nun gut, ich denke wir können gehen wenn wir wollen…dann haben wir da drinnen vielleicht noch was zu suchen.“, meinte Lina und machte kehrt, zurück in das Versteck. Bliss folgte ihr. Sie gingen weiter und bestätigten ihre Vermutung, dass der Gang denen sie folgten im Kreis führte. Zurück in dem Raum, in dem sie aufgewacht waren starten sie zu den Türen im Norden und Süden. „Wohin jetzt?“ Bliss nutzte einen alten Abzählreim und entschied sich schließlich für Norden. Sie landeten in einer Küche, in der es außer einigen Messern nichts interessantes gab. Bliss nahm sich zwei davon, Lina einen. Auch die dahinter liegende Speisekammer war leer, ganz zu Bliss‘ Enttäuschung.

Als sie nach einer weile die südliche Tür durchquerten, kamen sie an eine Gabelung. Auch hier nutzte Bliss ihre alt bewerte Methode, während Lina nur die Augen verdrehte. Sie bogen nach Westen ab und gelangten in ein altes Labor. Dort begann Lina skeptisch einige Tränke zu begutachten: Ein orangener, 2 grüne und 4 blaue. Sie packte sie ein und entdeckte sogleich noch ein Lexikon, das sie mitnahm. Bliss schaute sich einige Werkzeuge und Flaschen in dem Labor an, lies sie aber schnell und desinteressiert liegen. Der Lagerraum war alt und Morsch, es lagen eine Menge Staub und kaputter Möbel herum. Ein Regal war zusammengebrochen und Linas Aufmerksamkeit wurde von einem Hirn in einem Glas geweckt. Sie bemerkte, dass es sich bewegte und ohne zu Zögern, nahm sie das Messer und durchstach dieses.  Bliss schaute ihr über die Schulter, als Lina das Hirn anhob, an welchem Tentakeln waren.

„Was ist das denn?“, fragte sie angeekelt.

„Das ist ein Tentakelhirn. Gefährliche Biester. Sie ernähren sich vom Verstand ihrer Opfer und machen diese Wahnsinnig.“, erklärt Lina, „Wir sollten vorsichtig sein, mir gefällt das alles nicht.“

„Entspann dich. Ich bin sicher, warum auch immer wir hier sind, es lohnt sich.“, entgegnet Bliss lächelnd, während sie weiter geht. Es schien, sie hatte Lina nicht wirklich zugehört.


Sie kehrten um, als sie merkten, dass es nicht weiter ging und betraten eine Bibliothek, in der außer einigen Sachbüchern, kaum etwas im Regal dem Zahn er Zeit stand gehalten hatte. Es gab ein altes morsches Sofa sowie die Statue einer nackten, lesenden Frau Lina ging die Regale durch, doch die einzigen Bücher, die noch lesbar waren. Ihr blick fiel auf ein Buch namens Ritter und Troll. Ihr fiel die Notiz auf ihrem Zettel ein und sie nahm es an sich. Zudem nahm sie sich noch ein Buch über Farbenlehre und eines über Elfische Küche mit. Bliss kam mit einigen Schriftrollen zurück, die sie in einem der unteren Regale gefunden hatte. „Kannst du etwas damit anfangen?“, fragte sie die große Elfe.

Sie nahm diese an sich. „Ja, wir können sie verkaufen.“ Lina packte die Schriftrollen ein und sie zogen weiter. Im Nordosten des Raumes befand sich eine Tür, die sie um eine Ecke zu einem kleinen Raum mit einem Bild und zwei weiteren Türen führte. Diesmal gingen sie zuerst durch die Südliche und fanden sich in einem Schlafzimmer wieder. Die Bettwäsche war von motten zerfressen, und die Kleider im Schrank waren ebenfalls kaum wieder zu erkennen. Neben dem Bett jedoch hing eine Robe mit kleinen, Wolken darauf, die in einem außergewöhnlich gutem Zustand war. Lina konnte keine Magie spüren, doch sie erkannte einen magischen Gegenstand, wenn sie ihn sah und diese Robe war eindeutig einer. Sie packte die Robe ein.

„Also ich finde nicht, dass der dir stehen würde.“, meinte Bliss vorwurfsvoll. „Roben sind nicht dein Stil.“

„Die ist auch nicht für mich, die kann man sicher verkaufen. Die ist bestimmt magisch.“

„Du kannst Magie spüren?“ Bliss war erstaunt und hatte ein neugieriges Funkeln in den Augen.

„Nein, aber in dieser Bruchbude muss das Ding magisch sein, oder sie ist neu hier und gehört jemandem, den wir noch nicht gesehen haben.“

„Und da nimmst du dir etwas, was vielleicht jemandem gehört?“, fragte Bliss mit schockiertem Ton nur um danach zu grinsen, „Ich glaube, ich verstehe warum wir zwei zusammen hierher sind.“  Da es in dem Raum sonst nichts gab, machten sie kehrt und gingen nach Norden. Dort fanden sie sich in einem Raum mit einer steinernen Ritterstatue wieder und einer großen Flügeltür die nach Westen führte. Bliss ging sorgenfrei zur Türe, während Lina die Statue im Auge behielt. Ihr gefiel das Ding überhaupt nicht. Kaum hatte Bliss die Tür berührt, begann sich die Statue zu bewegen.

„Ich hab‘s gewusst.“, knurrte Lina und stellte ihren fast zwei Meter großen Bogen auf, „Bliss, aufpassen!“ Kaum hatte sie die Worte gesprochen, hatte Bliss bereits ihr Langschwert gezogen und zu einem geschickten Stich angesetzt, und einen Riss am Knie der Statue verursacht. Lina spannte ihren Großbogen und schoss. Der lange Pfeil blieb in der Statue stecken und brach einen Teil der Schulter heraus. Der Ritter schwang sein Schwert nach Bliss, doch diese war schneller und entging einem schweren Treffer. Sie stach erneut nach dem Knie und brach dieses ab. Die Statue stürzte zur Seite und zerbrach in große Brocken. Lina sammelte ihren Pfeil ein.

Bliss brummte missmutig. „Das hat weniger Spaß gemacht, als ich dachte.“

„Du bist überhaupt nicht, wie gewöhnliche Leute, oder?“ Bliss sah sie mit großen Augen an und zuckte mit den Schultern. „Egal, mal sehen, was hinter der Tür liegt.“



Der nächste Raum war eine Schatzkammer, mit einer großen Kiste und einem großen Gemälde, das Linas Aufmerksamkeit erregte. Während Bliss sich auf die Kiste stürzte, musterte Lina das Bild. Es war aus verschiedenen Schwarz und Rottönen zusammengestellt und zeigte einen Troll, der eine nackte Frau entführte. Lina las sich den Zettel noch einmal durch und war sich nun sicher, das war der Grund, warum sie hier waren. Lina hängte das große Bild ab und begann zu überlegen, wie sie es transportieren sollte.

„Hier ist dein Anteil.“, sagte Bliss und reichte ihr einen schweren Beutel voll Gold, „205 Gold, damit kann man wie ein König leben.“ Sie betrachtete das Bild, „Ist das auch was wert?“

„Ich glaube, das ist der Grund, warum wir hier her sind. Ich habe Notizen auf dem Zettel, die darauf hinweisen. Aber es ist zu groß und unhandlich.“ Bliss ging auf die Rückseite des Bildes, zückte einen Dolch aus ihrem Stiefel und begann am Rahmen zu schaffen. Nach einem kurzen Moment, war das Bild unversehrt befreit und sie Rollte es zusammen.

„So, dann hätten wir das auch.“, meinte sie Strahlend und reichte Lina Bild und Rahmen. Ihr Blick wanderte durch den Raum und blieb bei einem kleinen Tisch mit einem Kurzschwert, einem Kettenpanzer, einer Brosche, einem gelben Trank und drei Ringen. Sie begannen abwechselnd die Gegenstände einzupacken „Wir sollten öfter solche alten Verstecke plündern, hier gibt es ja einiges von Wert.“

„Lass uns jetzt erst mal zurück zu diesem Gasthof und sehen, worum es ging.“



Sie wanderten vier Stunden lang zurück zum Dorf und als sie ankamen, war die Sonne gerade untergegangen. Der Gasthof „Am Waldrand“ machte nicht viel her. Der Wirt rührte einen Eintopf, der über der offenen Feuerstelle brodelte, wo sich auch ein gutgekleideter Mann wärmte. Als er die beiden Frauen sah, hellte sich sein Gesicht auf und er ging auf sie zu.
„Ah ich habe mir schon Sorgen gemacht. Habt ihr das Bild gefunden?“ Lina musterte den kleinen Menschen und zog es aus ihrem Beutel.

„Natürlich.“ Sie reichte es ihm und stellte den Bilderrahmen ab. Er rollte es auf und betrachtete das Gemälde.

„Wunderschön.“ Sagte er in Gedanken schwebend. Er rollte das Bild wieder zusammen und nahm einen Beutel von seinem Gürtel. „Wie abgemacht, hier sind 100 Goldmünzen für eure Mühen.“ Bliss nahm das Geld ohne zu zögern entgegen und zählte. Als sie merkte, dass der Betrag stimmte quietschte sie vergnügt. „Es war mir eine Freude, Geschäfte mit euch zu machen.“

„Ebenso.“, entgegnete Lina. Sie schüttelte seine Hand, er nahm Bild und Rahmen und ging ab.

„Hey Wirt.“, sagte Bliss sogleich, „Etwas zu essen und den dritt-besten Wein, den sie haben.“ Auf Linas fragenden Blick antwortete sie nur: „Man muss sparen wo man kann.“ Auch Lina war hungrig und so setzten sie sich zusammen hin und aßen zu Abend.



Lina wartete am gestrigen Tisch auf Bliss, die lange geschlafen hatte. Ihr Haar war so zerzaust wie am Vortag. „Guten Morgen.“, grüßte sie strahlend, „Was machen wir heute, neue beste Freundin?“

„Du scheinst ja schnell vertrauen zu mir aufgebaut zu haben.“ Bliss kichert.

„Du hast mich vor einem Hirn mit Tentakeln gewarnt und geholfen, eine Statue zu demolieren. Da wo ich herkomme, bedeutet das, wir sind ein Team. Woher wusstest du übrigens das mit dem Hirn?“

„Da wo ich herkomme gibt es solche Wesen öfter.“

„Und wo kommst du her?“, fragte Bliss, sich über den Tisch lehnen und sie anlächelnd, ihren Kopf auf Händen stützend.

Lina räusperte sich. „Von weit weg, aus einer Stadt namens Eclaine.“ Bliss dachte nach.

„Nie gehört. Ich komme aus Sturmklippe, einer sehr großen Stadt östlich von hier.“ Lina wirkte interessiert.

„Wo genau im Osten?“

„Naja, etwa zwei Tage weg von hier, den Fluss hinunter. Sie liegt an einer großen Klippe, direkt am Meer.“

„Könntest du mich dort hin führen?“ Bliss lehnt sich nun in ihrem Stuhl zurück.

„Klar, aber wir sollten uns gut vorbereiten: Wir sind zwei bis drei Tagesmärsche von dort entfernt.“ Lina kaufte mehrere Rationen für den Weg ein und Bliss ein zwei Mann Zelt in einem kleinen Laden, „Es ist ein wenig Klein, hoffe du hast kein Problem mit kuscheln.“, scherzte Bliss.

„Ich musste schon in engen Zelten mit 5 anderen Kerlen schlafen, ich komme klar.“ Lina bereute die Aussage, als sie Bliss‘ Gesichtsausdruck sah.

„Die Geschichte musst du mir unbedingt erzählen.“

„Ich bin im Militär, da ist nichts gelaufen!“

„Natürlich nicht, schließlich habe wir hier alle anstand“ entgegnete Bliss geschwollen und nickend. Dann lehnte sie sich zu Lina vor und flüsterte „Aber erzähl mir das trotzdem bei Gelegenheit, klingt sehr…interessant.“ Mit hochrotem Kopf zogen Lina und die glückliche Bliss die Straße nach Norden hoch, entlang des Langstroms. Nach vier Stunden rasteten sie am Flussufer. „Du sagst du warst beim Militär?“, fragt Bliss mit halb vollem Mund.

„Ja. Wir haben gegen eine Menge Magier gekämpft. Ich wurde von meiner Einheit getrennt und um ehrlich zu sein, weiß ich nicht, wo ich bin. Ich hatte gehofft, einen Weg zurück nach Eclaine zu finden…vielleicht kann mir ja jemand in der Großstadt helfen, von der du gesprochen hast.“

„Gut möglich. Dort gibt es eine Menge Leute, auch Zauberer.“

„Was ist mit dir? Du wirkst nicht wie eine Händlerin, wenn ich mir deine Kleidung und dein Gepäck anschaue.“

„Nein, ich gehe gewöhnlicher weise einem anderen Gewerbe nach. Ich bin zurzeit dabei nach einer neuen Bleibe für mich und meinen Freund zu suchen, wir wollen umziehen.“

„Wusste gar nicht, dass du einen Freund hast. Was soll dann das ganze geflirte und die Anspielungen?“

„Man wird ja wohl noch etwas spaß haben dürfen, oder?“, entgegnet Bliss kokett. Da hörten sie ein stampfen aus dem nahen Wald und ein Oger kam aus dem Dickicht. Lina sprang auf und griff nach ihrem Bogen und den Pfeilen.

„Was ist das?“, fragte sie hektisch. Bliss erhob sich.

„Keine Ahnung, meinst du er will uns was antun?“ Der Oger begann sich den Beiden zu nähern und hob seine große Keule. Bliss grinste breit. „Oh das ist gut, ich will schon die ganze Zeit etwas aufschlitzen." Sie zieht schnell ihr Schwert und rennt ohne zu zögern auf die Kreatur zu, auf ihn einstechend. Das Fell des Ogers ist jedoch zu dick und ihre Klinge prallt ab. Lina’s Pfeil durchbohrte den Bauch der Kreatur. Der große Oger schlug nach Bliss, doch diese war zu geschickt und hechtete schnell davon. Ein weiterer Schnitt von Bliss konnte der Kreatur nichts anhaben. Linas gewaltiger Bogen hingegen schon: Der zweite Pfeil verfehlte das Herz der Kreatur nur knapp. Taumelnd und wütend Schlug der Oger erneut nach Bliss, ohne Erfolg. Bliss Klinge schien an der Haut des Scheusals keine Kratzer zu hinterlassen, als Linas dritter Pfeil, der ihn in die Lunge traf, ein Ende bereitete. Das große Monster fiel nach hinten um und war tot. Lina ging heran und sammelte die Pfeile ein. „Das ist ein echt heftiger Bogen.“

Lina brummte zustimmend „Aber es bedarf auch eine Menge Stärke, ihn zu spannen. Dieses Schmuckstück wurde gebaut, um auf sehr große Entfernung zu schießen.“ Bliss pfiff beeindruckt.

„Das erklärt dein nicht gerade Elfisches auftreten.“ Scherzte sie. Sie zogen weiter und erreichten gegen Mittag die Mauern von Pradneck

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Mordron

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Antw:[Spielberricht] Die Abenteuer von Lina und Bliss
« Antwort #1 am: 10. April 2020, 19:25:53 »

Kapitel 1: Neu in der Stadt, Akt 1: Schwere Geburt

Lina bestand darauf, dass das erste was sie in Pradnek machen würden, einen Zauberkundigen aufzusuchen wäre.

"Wir haben eine Menge an magischem Zeug gefunden und sollten erst einmal schauen, ob sie nicht verflucht sind." Bliss, deren Magen grummelte willigte missmutig ein. Sie fragten in der Stadt herum und wurden zu einem großen Laden namens "Hier gibt’s alles" verwiesen. Der Besitzer grüsste Lina lächelnd, während er sie musterte. Er hatte wohl noch nie eine Elfe ihrer Größe gesehen.

"Seid gegrüßt, werte Damen, wie kann ich euch helfen?" Lina breitet ihre gefundenen Schätze vor ihm aus, während Bliss sich im Laden umsieht und verschiedene Kuriositäten bestaunt.

"Wir haben eine Menge, vermutlich magische Gegenstände gefunden und ich wollte fragen, ob ihr mir die Kräfte dieser Sachen erschließen könntet." Bliss nahm sich eine Vase und bewunderte die Muster.

"Selbstverständlich, sowas ist schnell gemacht.", er mustert die Gegenstände. "Das wären dann 18 Gold und 5 Silber für die Gegenstände." Lina zögert bei dem Preis, nickt jedoch anschließend. Beide hören hinter sich Getrampel. Als sie hinblicken sehen sie Bliss, wie sie beinahe die Vase hätte fallen gelassen. Diese Lächelt peinlich berührt, stellt sie ordentlich wieder hin und räuspert sich. Der Zauberer macht sich ans Werk und nach einigen Minuten sind die Gegenstände identifiziert. Nachdem Lina dem Zauberer einige der Stücke, die sie nicht braucht, überlässt ist auch Bliss dran. Diese behält die Gegenstände und übergibt Lina den Trank der Stärke, welche ihn vermutlich besser gebrauchen kann. Lina packt diesen ein und zieht sich ihr neu gefundenes Kettenhemd an. Als sie den großen Marktplatz, neben der Burg, passierten, fiel ihr Blick auf einen Schmied. "Ich gehe noch schnell zum Schmied und schau mich da mal um, sollen wir uns im Gasthof treffen."

Bliss, deren Magen bereits in den Kniekehlen hing, nickte. "Wir treffen uns beim Gasthaus Klingengold, an dem sind wir vorhin vorbei gelaufen, an der Hauptstraße." Bliss ging zum Gasthof, welcher an der Hauptstraße lag. Der Gasthof besaß einige Tische und einen großen runden Bereich in der Mitte, wo kämpfe abgehalten wurden. Meistens Faustkämpfe, doch gelegentlich auch bewaffnete Auseinandersetzungen. Bliss bestellte sich einen Braten mit Kartoffeln, Senf und einem Humpen Bier. Sie schaute einem der Faustkämpfe zu, wo ein durchschnittlich großer Kerl mit einem dicken Bart nun seit 3 Runden ungeschlagen kämpfte. Er hatt seinen Namen in einem Bogen über dem Bauch tätowiert. Eine halbe Stunde später kam Lina herein und Bliss winkte ihr zu. "Hast du gefunden, was du suchst?"

"Ja, aber wir werden hier einige Tage warten müssen, bis es fertig ist. Macht dir das etwas aus?"

"Nein, ganz im Gegenteil. Dann haben wir Zeit uns die Stadt anzusehen. Ich wollte hier ohne hin mal vorbei gucken und schauen, ob es freie Wohnungen gibt."

"Du willst hier einziehen?" Bliss nickt.

"Naja, mein Freund und ich müssen gezwungener Maßen aus Sturmklippe umziehen und deshalb bin ich auf Wohnungssuche."

"Und warum ist er nicht mit dir auf Wohnungssuche?"

"Er arbeitet als Zimmermann in Sturmklippe...einer von uns muss ja Geld verdienen. Wobei, nachdem wie viel wir in dem Versteck gefunden haben, sollte das fürs erste kein Problem sein."


Am nächsten Morgen liefen sie durch den Bezirk um den Gasthof, welcher als Stromwacht bekannt war. Die Häuser waren hoch und standen dicht bei einander. Es wurde klar, das hier die meisten Bürgerlichen wohnten und auch ihre Handwerklichen Betriebe hatten. Bliss wollte sich einige der Häuser ansehen, die nur durch Nebengassen erreichbar waren, da diese meist billiger waren und Lina folgte. Sie gingen an einigen dunkleren Gassen vorbei, als etwas Linas Aufmerksamkeit erregte. Diese bog in eine Gasse ab und entdeckte eine Elfe, die an einer Wand gelehnt saß. Sie rührte sich nicht. Als Lina näher kam sah sie, dass die Elfe tot und die große, klaffende Wunde in der Bauch gegen vermutlich der Grund dafür war. Bliss, die bemerkt hatte, das Lina nicht mehr hinter ihr war, kam zurück und trat heran.

"Wow, das sieht wirklich schlimm aus." Lina nickte.

"Wir sollten lieber der Stadtwache bescheid geben." Sie gingen zurück auf die Hauptstraße und berichteten zwei Wachen von ihrem Fund. Sie führten die Wachen zur Leiche, welche daraufhin dann loszogen, um den Hauptmann zu rufen.

Bliss sah ihnen skeptisch hinterher? "Glaubst du wirklich, dass-."

"Dass die Flitz-piepen etwas hier auf die Reihe kriegen? Nein, wir sollten das selbst in die Hand nehmen.

Sie entdeckten eine Spur aus rhythmisch verlaufenen Blutkleksen, die am Boden entlang um eine Ecke bogen. Dort entdeckten sie eine alter Luke, die in einen Keller führte. Bliss zog ihr Langschwert und grinst breit. "Los geht's"

"Wollen wir uns nicht zuerst etwas überlegen?", fragte Lina, doch Bliss schwang sich bereits die Leiter runter. Lina seufzte und folgte. Sie hatte ihren Bogen beim Schmied für einige Modifizierungen gelassen und musste nun mit einem Schwert hinab steigen. Sie konnte damit zwar umgehen, hatte aber bei weitem weniger Kampferfahrung damit. Sie sahen sich in dem Keller um als hinter einigen hölzernen Säulen drei große, rote Spinnen auftauchten. Lina erkannte sie sofort und machte sich auf einen gefährlichen Kampf gefasst. Sie wollte Bliss vor ihnen warnen, doch diese stürzte sich schon kichernd auf sie. Sie stürzte sich auf eine der zwei großen. Lina war der Meinung, sie sollten erst einmal die Anzahl verringern und hieb auf die kleine Jungspinne ein. Die Spinnen waren groß und schnell, Bliss jedoch war schneller. Sie verpassten ihren Gegnern einige schwere Schnitte und begannen schnell, sich zu behaupten. Linas neues Kettenhemd erwies sich als wirklich Hilfreich gegen die Biester und Bliss wich ihren Gegnern geschickt aus. Sie erlegten die kleine Spinne nach nur wenigen Stichen. Plötzlich traf eine der Spinnen Bliss schwer und schleuderte sie zu Boden. Sie war bewusstlos und Lina wusste, was kommen würde, wenn sie nicht schnell handeln würde. Mit einem gewagten Stich nach vorne, durchbohrte sie eine der großen Spinnen. Die Andere verfehlte Lina knapp mit ihrer Netzflüssigkeit. Sie musste schnell handeln. Sie nahm ihre Decke, warf sie der Spinne über den Kopf und packte die bewusstlose Bliss und eilte zur Leiter. Just in dem Moment wurde Bliss wach und richtete den neuen Ring, den sie am Finger trug, auf die Spinne. Doch es geschah nichts.

"Kettenblitz am Arsch...", knurrte sie nur.

"Kommst du hoch?", fragte Lina. Bliss nickte und eilte sogleich die Leiter hinauf, dicht gefolgt von Lina. Oben machten sie schnell die Luke zu und setzten sich zum verschnaufen darauf. Bliss nahm einige Kräuter, die sie für solche Notfälle dabei hatte.

"Was waren dass denn für Viecher? Solche Monsterspinnen habe ich ja noch nie gesehen."

"Das sind Blutbauchspinnen. Ganz miese Biester. Die legen bewusstlosen Opfern ihre Brut in den Bauch und diese frisst dann den Wirt von innen heraus auf." Bliss begann zu würgen.

"Woher kennst du diese ganzen ekelhaften Dinger? Zuerst das Hirn und jetzt die da."

"Da wo ich her komme, gibt es die öfters."

"Wie auch immer. Gehen wir zurück und machen es fertig." Bliss stand auf und war bereit erneut hinab zu steigen.

"Du bist gerade beinahe von der Spinne getötet worden und willst wieder rein?" Lina war sich nicht sicher, ob Bliss mutig oder einfach verrückt war.

"Ich lasse mich doch nicht von diesem zu groß geratenen Weberknecht einschüchtern, auf geht’s!" Lina machte ihr Platz und sie kletterten wieder hinunter. Diesmal war Bliss auf alles gefasst und sie machten der Spinne schnell den gar aus. Als sie wieder herauf kamen und um die Ecke bogen fanden sie die Wachen von vorher mit einem neuen, dicklichen Gesicht vor: Der Hauptmann der Stadtwache wie es schien.

"Ihr habt also die Leiche hier gefunden?", fragte er mit fettiger Stimme. Bliss nickte

"Und wir haben auch das Problem gefunden und beseitigt: Riesige Spinnen, die sich in ihr und dann in dem Keller dahinten breit gemacht haben. Ihr könnt gerne nachsehen." Sie zeigte zum Keller.

Der Hauptmann musterte die Beiden, grunzte und drehte sich um. "Na dann ist hier ja alles im Lot.", sagte er und ging ab. Bliss sah ihm hinterher und lies die zeigende Hand sinken.

"Wow...was ein Arsch." Sie wandte sich zu Lina, "Glaubst du das? Was ist das denn für ein Hauptmann?"

"Echt traurig." stimmte Lina zu.

"Da kriege ich gerade lust ihn umzubringen." murmelte Bliss. Sie setzten ihre Tour durch die Stadt fort
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Sintholos

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Antw:[Spielberricht] Die Abenteuer von Lina und Bliss
« Antwort #2 am: 10. April 2020, 19:48:14 »

Ich habe angefangen Gruppen ohne Heiler wirklich zu schätzen. Es macht die Sache einfach wesentlich interessanter.  :D
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Antw:[Spielberricht] Die Abenteuer von Lina und Bliss
« Antwort #3 am: 11. April 2020, 18:09:24 »

Kapitel 1: Neu in der Stadt, Akt 2: Gassen Goldzahn.


Auf dem Marktplatz betrachtete Lina das erste Mal die Burg ausführlich. Sie hatte regelmäßige Patrouillen in der Stadt beobachtet, doch es schien, dass es nicht viele Wachleute in der gab. Pradnek wäre ein leichtes Ziel und sie wollte Bliss ihre Bedenken auszusprechen, hierher zu ziehen, doch diese zupfte bereits an ihrem Ärmel.

„Guck dir mal den an.“ Sie deutete auf einen Halbling, der auf einem Fass saß, welches abseits von vielen Ständen auf dem Marktplatz stand. „Das sieht verdächtig aus.“ Auch Lina kam dies sehr suspekt vor.

„Lass uns der Sache mal auf den Grund gehen.“ Sie gingen zum Halbling hin, der in einer Denker pose da saß.

„Was machst du da?“, fragte Bliss sogleich, ihn aus den Gedanken zerrend.

„Warum willst du das wissen?“, entgegnete er misstrauisch.

„Weil es sehr offensichtlich ist, dass du ein Problem hast.“, antwortete Lina, die Arme verschränkend.

„Ja, vielleicht sogar eines, der illegalen Art?“, stocherte Bliss. Der Halbling flehte sie mit Gesten an, leise zu sein.

„Ist ja gut, muss nicht jeder Wissen. Die Sache ist die, unter dem Fass hier ist ein Pflasterstein aus reinem Gold. Ich habe schon heute Morgen versucht ihn aus der Straße zu bekommen, aber mir fehlt es an Werkzeug. Jetzt sitze ich hier und warte auf die Nacht, damit ich es erneut versuchen kann und ihn mir niemand stibitzt.“ Er mustert die Beiden. „Wenn ihr mir helft ihn aus dem Boden zu puhlen, teilen wir 50 50. Ich kenne jemanden, der das Ding schnell zu Gold machen kann.“ Bliss‘ Augen leuchten auf.

„Von wie viel Gold reden wir?“

„So viel, wie ein Pflasterstein aus reinem Gold wert ist.“

„Deal.“

„Alles klar, besorgt euch Werkzeug und trefft mich hier um Mitternacht wieder.“

„Was denn für Werkzeuge und wo finden wir diese?“, fragte Lina. Der Halbling kratzte sich nachdenklich am Kopf.

„Brechstangen, Spitzhaken, so was halt. Fragt bei Hinrox nach, der hat doch die Brücke gebaut. Er wohnt irgendwo im Hafenbezirk, auf der linken Seite der Brücke.“ Die beiden gingen ab.

„Du solltest wirklich so etwas mit mir vorerst absprechen.“, grummelte Lina

„Jetzt hab dich nicht so, es ist nur ein Stein.“

„Ja, aber es geht ums Prinzip. Wenn wir schon zusammen arbeiten, sollten wir auch gleichermaßen bestimmen.“

„Du hast ja Recht. Es tut mir Leid.“ Bliss setzte große, traurige Augen auf und begann zu schmollen.  Lina seufzte.

„Schon gut, suchen wir den Zwerg.“ Nach einer Stunde hatten sie schließlich sein Haus gefunden und klopften an.

Baumeister Hinrox war ein Zwerg mit langem, braunen Bart und Ringen, die seine Bartzöpfe zierten. Er hatte eine Halbglatze und war sehr überrascht, die große Lina zu sehen. „Bei Cors Bart. Jetzt werden die sogar schon so groß und breit wie Eichen.“ Staunte er. Lina hob eine Augenbraue.

„Was soll das denn jetzt heißen?“, fragte Lina. Bliss beugte sich zu ihr vor.

„Ich glaube, das war ein Kompliment.“, flüsterte sie.

„Ähm, Danke. Verzeiht die Störung, doch wir hatten gehofft, wir könnten bei ihnen Werkzeug kaufen., Brecheisen, Spitzhacken, so was in der Art.“

„Werkzeug?“

„Ja, es geht darum einen Pflasterstein auszubauen und zu ersetzen.“

Der Zwerg grummelt etwas in seinen Bart. „Dann braucht ihr keine Spitzhaken, sondern Meißel und Hammer. Ich habe noch welche da, sind aber nicht ganz billig.“

Bliss winkt ab. „Das macht nichts.“ Sie zückt ihren Beutel. „Was schulden wir ihnen?“

Zurück im Gasthof ertränkt Bliss ihren Kummer in einem Bier. Sie hatte 12 Gold für eine Brechstange sowie Hammer und Meißel zahlen müssen.

„Er hat dich gewarnt, das es Teuer wird.“, schmunzelte Lina.

„Ja, aber gleich 12 Goldmünzen? Dafür hätte ich eine Woche lang was Warmes zu Essen kaufen können.“ Lina blickte in den Ring. Dort kämpfte erneut der Champion des Vorabends.

„Wie wär’s wenn ich dir dein Geld zurück gewinne?“ Lina versuchte Bliss aufzuheitern und deutete auf den Ring. „Eine Runde mit dem Kerl und wir haben es wieder drin.“ Bliss sah zu dem Kerl herüber.

„Ich weiß ja nicht, der Kerl sieht ziemlich hart aus.“

„Das bin ich auch. Na los, das wird dich aufheitern.“ Lina ging herüber zum Ring. „Hey, ich würde es gerne mal probieren.“ Die Leute bahnten ihr einen Weg und sie stieg in den Ring.

„Du hast Mut, das muss ich dir lassen.“, sagte der Kerl lachend und spuckte Blut.

„Und eine harte Rechte habe ich auch.“

„Die will ich sehen.“ Der Kerl hob die Fäuste. Lina setzte zum Schlag an, doch es gab einen großen Unterschied. Sie war keine professionelle Boxerin. Er blockte den Treffer problemlos und zentrierte einen Schlag direkt ins Gesicht. Lina taumelte zurück und lehnte sich benommen gegen den Ring.

„Aufstehen!“, hörte sie hinter sich, „Na los, den machst du fertig! Ich hab‘ 20 Gold auf dich gesetzt, lass mich nicht hängen!“ Linas Kopf wurde wieder klarer und sie schlug erneut zu, ohne große Wirkung. Der Mann schlug noch einmal zu, diesmal mit der linken, und brachte Lina zu Fall.



Linas Gesicht schmerzte. Der Kerl hatte nur zwei Schläge gebraucht und Bliss schmollte nun noch mehr. „Tut mir leid, dass ich verloren habe.“ Sie seufzte.

„Ist schon gut. Ich habe dir ja gesagt es ist eine schlechte Idee.“ Gegen Mitternacht zogen sie mit dem Werkzeug aus zum Marktplatz. Sie begegneten einigen Patrouillen, die sie nicht weiter behelligten. Der Halbling war sitzend auf seinem Fass eingeschlafen, als die anderen zwei heran kamen.

„Habt ihr das Werkzeug?“

„Hast du den Stein?“, antwortete Bliss schnell. Der Halbling sah sie verwirrt an.

„Vergiss es.“, meinte Lina und schob das Fass samt Halbling weg, wo sich der Goldzahn offenbarte, „An die Arbeit.“ Sie nahm Bliss Hammer und Meißel ab, ging vor den Stein auf die Knie und schlug schnell los, was für ordentlichen Lärm sorgte. Bliss und der Halbling griffen sie beide an der Hammerhand.

„Bist du verrückt?“, fragte Bliss, „So hetzt du nur die Stadtwache auf uns!“ Sie nahm ihr das Werkzeug ab und begann mit kleinen und leisen Schlägen den Stein zu lösen. Einige Minuten später hörten sie die Schritte von zwei Stadtwachen, die sich näherten.

„Hey, was macht ihr da?“, fragte einer der zwei. Bliss fluchte leise und legte das Werkzeug weg, bereit ihr Schwert zu ziehen.

„Ich regle das.“, sagte der Halbling und kam den Wachen entgegen. Er begann mit ihnen zu reden, doch sie schoben ihn bald zur Seite und gingen weiter auf Lina und Bliss zu. Lina stand bereits auf, als der Halbling auf einmal laut etwas Obszönes über die Mutter eines der Gardisten sagte. Alle schauten zu ihm. Dann begann der Halbling zu rennen, gefolgt von den Wachen. Bliss nickte an erkennend.

„So was zu einem Wachmann zu sagen erfordert Mut. Na los, er hat uns etwas Zeit verschafft.“ Bliss machte weiter und nach 15 Minuten war er los. Lina nahm die Brechstange und befreite ihn. Sie schnappten sich den Stein und kehrten zum Gasthof zurück, gelegentlich Patrouillen hörend, die jemanden jagten. „Meinst du er kommt klar?“

„Hoffentlich. Sonst bleiben wir auf dem Stein sitzen.“



Am nächsten Morgen gingen sie zurück zum Marktplatz. Sie hofften ihn dort zu finden und tatsächlich war er in der Nähe des Tatorts.

„Ich hatte schon befürchtet, ihr wärt mit dem Stein abgehauen.“, merkte er schmunzelnd an.

„Ein Deal ist ein Deal. Also, wo ist der Kerl, an den du das Schmuckstück verscherbeln willst?“

Er führte sie zu einem Bezirk, außerhalb der Stadt, namens Drefeld. Das kleine Weiler war bewohnt von zwielichtigen Gestalten und bestand aus mehr Warenumschlagsplätzen und Geschäften, als aus Wohnhäusern. Der Halbling trat zu einem Mann, neben dem kleinen Platz.

„Gerschwin, ich hab hier was Schönes für dich.“ Er zeigte dem Mann den goldenen Pflasterstein. Der Kerl musterte den Stein.

„Hmm…ich gebe dir 350 dafür.“ Der Halbling spuckte aus.

„Versuch erst gar nicht, mich über den Tisch zu ziehen.“ Gerschwin lachte.

„Also gut, 500. Einverstanden?“ Der Halbling nickte. Schnell nahm Gerschwin ihm den Stein ab und reichte ihm einen Goldbeutel. Der Halbling zählte das Geld ab und übergab den zweien die Hälfte: 250 Goldmünzen.

„Vielen Dank für eure Hilfe. Hoffentlich arbeiten wir mal wieder zusammen.“ Er winkte ihnen zu und ging ab. Lina packte das Gold in ihren Beutel, als Bliss sie auf einmal umarmte. Sie quietschte vergnügt.

„Du bist wirklich ein Schatz, weißt du das?“

„Warum das auf einmal?“

„Ich habe noch nie so viel Geld auf in so kurzer Zeit verdient. Zuerst das Versteck, dann das Bild und jetzt der Stein. Du bist ein wahrer Glücksbringer.“ Lina machte sich los und kicherte amüsiert.

„Schon gut, schon gut. Was nun? Einen Tag brauchen wir hier noch wegen meinem Bogen.“ Bliss dachte nach.

„Ich würde gerne mehr über die Stadt erfahren und wer hier eigentlich das sagen hat. Wenn wir hier her ziehen sollte ich wissen, wem ich auf die Füße treten darf und wem nicht.“ Lina dachte darüber nach und nickte schließlich.

„Wo sollten wir da nachfragen?“

„Bei jemanden, der oft mit denen zu tun hat, die den Mächtigen auf besagte Füße treten.“
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Mordron

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Antw:[Spielberricht] Die Abenteuer von Lina und Bliss
« Antwort #4 am: 21. April 2020, 20:49:37 »

Kapitel 1: Neu in der Stadt, Akt 3: Der Umzug.

Sie gingen zum Friedhofswärter von Pradnek.

„Warum sind wir nochmal hier?“, fragte Lina skeptisch.

„Ich denke der Grabwächter hat eine gute Vorstellung davon, wer ihm die ganzen Kunden beschert, deshalb sollte man ihn fragen.“ Sie suchten den Mann auf, der gerade einige Blumen nahe der kleinen Straße goss. „Hallo.“, grüßte Bliss ihn freundlich, „Ich bin neu in der Stadt und wollte fragen, mit wem ich mich besser nicht anlegen sollte, um hier zu enden.“ Der bleiche Mann zog eine Augenbraue hoch und musterte die lächelnde Bliss ausgiebig, während Lina neben dran stand und nicht sonderlich zuhörte.

„Nun, da gibt es mehrere Leute. Olgerd Kupferschild zum Beispiel. Er ist Ratsmitglied, hat den kleinen Weiler Drefeld vor den Toren aufgebaut und alle die dort leben und arbeiten sind seine Mitarbeiter.“

„Was genau geht dort vor sich.“ Der Mann zuckt mit den Schultern.

„Ich weiß nur, das es der Weiler den Zoll umgeht, weil sie ja technisch gesehen außerhalb der Stadt liegen. Und das Olgerd Cortiell nicht leiden kann, da dieser alles zu jeder Zeit für seine Kunden besorgen kann. Aber Cortiell ist ein mächtiger Zauberer und so muss er sich kaum sorgen machen.“

„Gut, sonst noch jemand?“ Der Grabwächter kratzte sich am Hinterkopf.

„Ratsmitglied Uriel Lotharion. Der Kerl sitzt seit etwa 50 Jahren im Rat und kennt so ziemlich jedes schmutzige Geheimnis der anderen Ratsmitglieder. Der Kerl ist mir nicht ganz geheuer. Sonst fällt mir niemand ein, aber da gibt es sicher noch ein paar Ganoven.“ Bliss lächelt freundlich.

„Trotzdem vielen Dank, sie haben mir sehr Weitergeholfen.“ Sie winkt ihm noch einmal zu und geht ab. „Klingt nach einer gefährlichen Bande, oder?“ Lina lief mit, starrte aber in die Ferne. „Lina?“ Sie schreckt auf und schaut zu Bliss.

„Tut mir leid, ich hab nicht zugehört.“

„Alles in Ordnung?“

„Ja, habe nur nachgedacht.“

„Worüber?“

„Unwichtig.“

Sie hatten nichts mehr zu tun und kehrten zum Gasthof zurück. Am nächsten Morgen holte Lina ihren neuen Bogen ab und sie zogen weiter Richtung Sturmklippe. Gegen Abend erreichten sie das kleine Dorf Dammingen und rasteten dort für die Nacht. Der Wirt hatte nur noch ein Doppelzimmer. Bliss machte ihre üblichen Anspielungen, während Lina nur die Augen verdrehte. Sie begaben sich aufs Zimmer und legten sich hin.

„Hey Lina.“

„Was ist?“

„Hast du zuhause Freunde oder Familie?“ Lina drehte sich überrascht um und sah Bliss, wie sie aus dem Fenster den Langstrom und den Nachthimmel beobachtete.

„Nein, warum fragst du?“

„Nur so aus Neugier. Wie ist es so, wo du her kommst?“

„Es herrscht Krieg. Krieg zwischen Magiern. Ich und meine Einheit versuchen nur irgendwie zu überleben, da wir keine Zauberwirker sind. Wir schlagen uns auf eine Seite und kämpfen für sie, solange sie zahlt.“

„Hast du jemanden in diesem Krieg verloren, der dir Nahe steht?“

„Nein. Ich bin als Waise aufgewachsen und habe schnell gelernt, je weniger Freunde man hat, desto weniger verliert man im Krieg.“

„Dann haben wir ja was gemeinsam! Ich bin auch Waise. Und warum willst du dann dort hin zurück? Ich kann verstehen, wenn du trotzdem nachhause willst, aber ist es hier nicht besser? Kein Krieg, gutes Geld und ein verhältnismäßig ruhiger Alltag.“ Lina antwortete nicht. Sie dachte nach. Es klang tatsächlich besser. Bliss wandte sich zur Seite.

„Es wird spät, lass uns morgen darüber sprechen.“



Am nächsten Tag zogen sie weiter nach Sturmklippe, welches sie auch gegen Mittag schnell erreichten. „Willkommen in der größten Stadt der freien Lande.“, begrüßte Bliss sie. Die Stadt lag direkt an einer Steilküste und war gewaltig. „Hier finden wir sicher jemanden, der dir helfen kann, nachhause zu kommen, oder zumindest jemanden kennt, der helfen kann.“

„Ja, was das angeht…ich habe nachgedacht über das, was du letzte Nacht gesagt hast und du hast recht.“ Bliss war irritiert. „Ich habe weder Familie, noch Freunde zuhause, kämpfe dort nur um mein Leben und um ehrlich zu sein, die Bezahlung ist auch scheiße. Ich denke also, ich bleibe hier.“ Bliss quietschte vor Freude und hüpfte auf und ab.

„Dann werden wir ja wirklich beste Freundinnen. Oh das ist so toll, aber ich weiß ja gar nicht, wie man sich da verhält und-.“

„Bliss, beruhig dich. Ist schon gut, ja wir werden Freunde, kein Grund gleich durch zu drehen.“

„Komm, ich muss dir unbedingt meinen Freund vorstellen. Er ist witzig, liebevoll, ist echt heiß und nein, du darfst ihn mir nicht ausspannen.“

„Das hatte ich nicht vor.“

„Gut, dann muss ich dich ja auch nicht abstechen.“ Bliss quietschte erneut und begann zu singen. „Ich hab 'ne beste Freundin, ich hab 'ne beste Freundin.“

Sie zogen durch die Querstraßen von Sturmklippe, bis sie in einem der ärmeren Bezirke an einem alten Wohnhaus ankamen. Dort, im dritten Stockwerk, betraten sie eine kleine Wohnung. Die Tür besaß kein Schloss und der Boden knarzte bei jedem Schritt. Es gab mehrere Löcher im Boden und der Decke, nur wenige Möbel und der Duft einer stark verdünnten Suppe, erfüllte die Luft. Aus der Stube, wo der Schein der Feuerstelle ihre Position verriet, reckte sich ein Kopf um die Ecke. Der Junge war kaum älter als Bliss, hatte grüne Augen, braunes Haar und wirkte sehr dürr. Seine Augen leuchteten auf als er Bliss sah und weiteten sich, als er die große Lina erblickte. Bliss eilte gleich zu ihm und drückte ihm einen Kuss auf.

„Oh ich hab dich so vermisst.“, sagte sie schwärmend, „Darf ich vorstellen: Lina, das ist Finn, Finn das ist Lina. Wir haben uns auf dem Fußboden eines dunklen alten Kerkers  Fichtenberg kennengelernt, als wir zu uns kamen und nicht wussten, wie wir da hin geraten sind.“ Lina wurde leicht rot. Sie hatte Angst, dass er dies Falsch verstehen würde.

„Aha.“, entgegnete er. Einerseits wirkte er perplex, andererseits war er dies wohl von Bliss gewohnt. „Willkommen. Ich hoffe ihr habt Hunger, es gibt Suppe.“ Bliss deckte den Tisch und alle nahmen Platz. „Hast du etwas gefunden?“ Bliss nickte.

„Ja. Es gibt ein paar tolle und erschwingliche Wohnungen in Pradnek. Arbeit gibt es für dich sicher auch.“

„Was machst du denn beruflich?“, fragte Lina.

„Ich bin gelernter Zimmermann. Was ist mit dir?“

„Söldnerin.“

„Aha. Da kann ich mir gut vorstellen, wie es zu der ganzen Geschichte im Kerker kam. Sag mir, hat sie jemanden umgebracht, der es nicht verdient?“ Bliss war empört. Lina verneinte dies mit Kopfschütteln, wirkte bei der Frage jedoch skeptisch. Finn hingegen war erleichtert. „Das ist gut. Sie übertreibt es gelegentlich.“

„Du hast mein Wort, sie hat nur Monster getötet, keine Menschen.“ Bliss schmollte und streckte Finn die Zunge raus, welcher nur lachte und sie umarmte. Sie kicherte und lehnte ihren Kopf auf seine Brust. Sie erzählten Lina von ihrem halbwegs normalen Leben, wie Finn als Schreiner arbeitete und die Miete trotzdem zu hoch war, weshalb Bliss gelegentlich Geldbeutel starb und ab und an als Auftragskillerin arbeitete. Finn betonte, dass es ihm dabei wichtig war, das Bliss nie einfach irgendwelche einfachen Leute, die sich nie etwas haben zu Schulden kommen lassen, tötete und sie ab und an mit sich selbst kämpfen musste.

„Es ist schade, dass wir etwas Spät angekommen sind.“, lenkte Bliss ab, immer noch den Kopf auf Finns Brust, „Sturmklippe ist wirklich schön und es gibt hier einiges zu sehen.  Willst du dir vielleicht die Stadt ansehen, während wir noch hier sind? Ich meine, wir müssen ja morgen schon umziehen und es wäre eine Schande, wenn du die Stadt bis dahin nicht gesehen hast. Willst du nicht vielleicht noch raus und sie dir anschauen? Ich würde dich ja begleiten, aber wir haben noch so viel, was wir für morgen zusammenpacken müssen.“ Finn sah sie komplett verwirrt an und dann zu den kleinen Hügeln aus Kleidern, die sie hatten, während Bliss Lina in die Augen starrte, gespielt Lächelte und mit einer Kopfbewegung Richtung Tür deutete. Lina hatte verstanden.

„Dann schaue ich mir die Stadt mal an.“

„Großartig, in der Kronenstraße gibt es viele tolle Läden und Handwerkliche betriebe. Da kannst du locker ein bis zwei Stunden verbringen. Zwei klingen sogar sehr gut.“ Lina kicherte über Finns Verwirrung, der die Beiden die ganze Zeit abwechselnd ansah. Erst als Lina bei der Tür war und Bliss anfing ihn ohne Unterlass zu Küssen begriff er, was vor sich ging.



Nach einem guten Spaziergang war Lina zurück und klopfte an der Tür an. Bliss bat sich fröhlich herein. Sie wirkte Glücklich, während Finn einen erschöpften Eindruck machte. „Gefällt dir die Stadt?“ Lina zuckte mit den Schultern.

„Ist in Ordnung, würde ich sagen. Pradnek gefiel mir besser.“

„Das ist gut, denn morgen ziehen wir dahin.“ Finn erhob sich und ging zu einem der Kleidungsberge.

„Es ist nicht viel, aber wir können dir eine Decke und einige alte Kleider als Kopfkissen geben.“

„Das macht nichts, ich bin Schlimmeres gewohnt.“

Als Finn sich bückte, um die Decke zu heben schlägt direkt auf Kopfhöhe plötzlich ein Wurfmesser ein. 3 maskierte Männer sprangen durch mehrere Fenster. Bliss zog, ohne zu zögern, ihr Kurzschwert. Lina griff zu ihrem Bogen, spannte diesen und schoss den ersten Angreifer gleich wieder aus dem Fenster heraus. Die anderen zwei stürzten sich auf Bliss, welche geschickt auswich. Sie schlug zurück, doch die Gegner waren gefasst und wichen aus. Sie verteidigte sich so gut sie konnte, während Lina einen nach dem anderen mit ihrem Bogen erschoss. Nach einer halben Minute war es vorbei und Finn kroch aus seinem Versteck.

„Das waren keine gewöhnlichen Räuber, oder?“, fragte Lina, während Bliss sich um einen kleinen Schnitt kümmerte.

„Leider nein.“, entgegnete Finn, „Das war Bliss‘ Konkurrenz.“

„Konkurrenz?“

„Nun ja. Ich bin Freiberuflerin und das gefällt der Attentätergilde nicht.“

„Das ist eigentlich auch der Grund, warum wir umziehen. Sie sind schon seit einigen Tagen hinter ihr her.“

„Dann sollten wir morgen schnell die Stadt verlassen, bevor sie noch mehr schicken.“, meinte Lina entschlossen. Bliss nickte.

„Ja, aber erst einmal sollten wir die Kerle hier weg schaffen, bevor sie anfangen zu stinken. Schatz, reichst du mir bitte das Beil? So große passen nicht ganz auf den Müllhaufen.“
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