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Autor Thema: [Old Slayerhand] ISdP - Länder und Provinzen  (Gelesen 1249 mal)

Waylander

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[Old Slayerhand] ISdP - Länder und Provinzen
« am: 03. Februar 2016, 18:07:02 »

Hier ist eine erste Kostprobe für die Regionalbeschreibung "Im Schatten des Padischah".

Tunesien – Das Tor zur Wüste

Tunesien ist das nördlichste der afrikanischen Länder. Die Insel Sizilien liegt lediglich 140 km im Nordwesten. Im Westen des Landes ragen die Ausläufer des Tellatlas-Gebirges auf, die sich bis zum Cap Bon an der Ostküste hinziehen. Entlang der Meeresküste herrscht ein mediterranes Klima in welchem viele Olivenbäume gedeihen. Je weiter man sich jedoch in Richtung Süden begibt, wird die Landschaft steppenhafter bis man die großen Salzseen erreicht, welche die Grenze zur Wüste Sahara markieren.

Südlich vom Dschebel Aures und der östlichen Fortsetzung dieser Bergmasse dehnt sich eine leicht gewellte, weite Ebene aus, deren Tiefungen ganz mit Salzablagerungen bedeckt sind. [...]
Diese Salzkruste bildet nicht etwa, wie das Eis es thun würde, eine gleiche, ebene Fläche, sondern sie zeigt wellenförmige Erhöhungen und Vertiefungen. Sie ist im Durchschnitte vielleicht zwanzig, oft aber auch nur zehn und noch weniger Centimeter dick und hat eine Farbe, welche dem bläulich schimmernden Spiegel geschmolzenen Bleies gleicht. Bewegt man sich auf ihr, so erwecken die Schritte einen Ton, der dem Klange des Bodens der Solfatara in Neapel gleicht. Der unablässig sich in Bewegung befindende Flugsand giebt den Krustenthälern ein dunkleres Kleid; er wird schwerer und schwerer, bricht endlich durch und läßt hinter sich eine neue, weiße Stelle entstehen.
Weht der Smum von Süden her, so kracht und knackt das Salz an allen Ecken und Enden, die Hitze brennt Blasen und reißt Löcher und Risse hinein, so daß sich das ganze Gefüge verändert. Noch schlimmer aber wirkt die Regenzeit. Die feuchten Niederschläge lösen die Salzdecke an ihren niedrigen Stellen auf; die Kruste sinkt in das Wasser ein, wird aber von dem schwimmenden Sande gehalten; oder aber dieser Sand ist so fein und leicht, daß er nach oben steigt und nun der Stelle das Aussehen der größten Festigkeit verleiht. Darum kann man bloß einzelne Stellen dieser Schotts, aber auch nur mit größter Lebensgefahr, betreten. Und dennoch, man sollte es kaum glauben, führen einzelne Wege quer über die heimtückische Salzdecke, und zwar infolge des regen Verkehrs zwischen Tunis und den durch ihren Dattelreichtum berühmten Ländern Suf und Belad el Dscherid. Aber diese Wege sind wenigstens, ich sage wenigstens, ebenso gefährlich, wie die verräterischen Pfade über einen bodenlosen lappländischen Sumpf. Sie haben eine Breite von kaum einem Fuß, erleiden ganz unvorhergesehene und nur schwer bemerkbare Veränderungen und erwecken in dem Wanderer das Gefühl, als ob er zur Winterszeit über eine glatt beeiste, viele Stockwerke hohe Dachfirste sich hinzubalancieren habe. Oft sinkt dieser Pfad so tief in das Wasser ein, daß das letztere dem Pferde bis über den Leib reicht; oft auch wird man von einer trügerischen Fata morgana zu Seite und in den sichern Tod gelockt. [...]
Wer sich einem solchen Pfade anvertrauen will, der muß einen ganz und gar sichern, nüchternen und geistesgegenwärtigen Führer haben, sonst ist er unrettbar verloren.
Karl May , Der Krumir

Im Laufe der Jahrhunderte bevölkerten unterschiedliche Kulturen das Land. Überall stößt man noch auf Ruinen antiker Bauwerke oder ganzer Städte, die von der bewegten Geschichte des Landes zeugen. Ursprünglich wurde Tunesien von den Berbern besiedelt. Um 800 v. Chr. ließen sich dann die Karthager an der tunesischen Küste nieder und nach der Zerstörung Karthagos wurde das Gebiet ein Teil der römischen Provinz Africa. Eine kulturelle Blüte erlebte das Land mit dem Beginn der Herrschaft der Osmanen. Die Provinz Tunesien besitzt jedoch nur einen geringe Bedeutung im Osmanischen Reich. Das erlaubt den lokalen Machthabern, sich eine gewisse Unabhängigkeit zu erhalten. Zu Beginn des 18 Jh. begründete Husain I. ibn Ali die Dynastie der Husainiden, dessen Nachfolger Mohammed es Sadok heute als Bey von Tunis herrscht.
Frankreich, welches bereits das Nachbarland Algerien unter seine Kontrolle gebracht hat, versucht die wirtschaftliche und aussenpolitische Schwäche des Landes zu nutzten, um Tunesien in finanzielle Abhängigkeit zu bringen und somit seinen Einfluss in Nordafrika weiter auszudehnen.

Tunis [ist] immer noch orientalischer als Algier und selbst Kairo. [...]
Von der Stadt selbst läßt sich wenig sagen. Sie gleicht den anderen orientalischen Städten, ohne irgend welchen Vorzug vor ihnen zu haben. Der Moslem freilich hat eine so gute Meinung von ihr, daß er sie die Stadt der Glückseligkeit nennt. Dem pflichtet der Europäer bei, wenn er von dem Ölbaumhügel, Belvedère genannt, im Licht der sinkenden Sonne die schlanken Minarehs und platten Dächer, auf deren Weiße goldene Tinten flimmern, liegen sieht. Doch wird er, wenn er das Innere der Stadt betritt, diese Meinung sicher ändern. Die Gassen sind krumm und eng; überall liegt Schutt, Geröll und übelriechender Schmutz. Oft treten die Häuserreihen so nahe an einander, daß man mit einem kurzen Schritte von einem Dache der diesseitigen Straßenseite auf ein Dach der jenseitigen gelangen kann. Baufällige Gebäude werden nicht repariert; man läßt sie zerfallen und baut, da es nicht an Platz gebricht, ein neues Haus nebenan. So stehen Ruinen, wohlgepflegte Gebäude, improvisierte Zelte, ja Grabkapellen neben einander, die Geschichte und Entwicklung der Stadt von der ältesten bis auf die neueste Zeit vertretend. Kaiser Karl V. ließ nach dem Siege von Keleah eine Zwingburg bauen, zu welcher die Bewohner die Quadern des karthagischen Aquäduktes abbrechen und herbeischaffen, auch aus den Marmorsäulen Karthago´s Kalk brennen mußten. Diese Burg liegt heute auch in Trümmern. Das einzige erwähnenswerte Haus ist der Palast des Beys am Kasbahplatze, welcher aber nur sehr selten benutzt wird.[...] Der Bey wohnt in seinem Schlosse Bardo, welches in westlicher Richtung eine Stunde von der Stadt entfernt liegt. Um dorthin zu gelangen, passiert man einen Bogen des imposanten Aquäduktes, welcher einst Karthago mit Wasser versorgte. Dieser Bardo ist eine Zusammenstellung von verschiedenen Gebäuden, in denen nicht nur der Bey residirt, sondern auch viele hohe Würdenträger, Beamte und Bedienstete wohnen.
Was die Ruinenfelder von Karthago betrifft, so führt der Weg dorthin über das Schlachtfeld von Gama, auf welchem Scipio Africanus Hannibal besiegte. Die meisten Ruinen stammen aus späterer Zeit; als die wirklichen Überreste des alten Karthago hat man wohl nur jenes Wasserwerk, welches aus achtzehn großartigen Zisternen besteht, zu betrachten.
Karl May, Christus oder Muhammed


Eine erwähnenswerte Persönlichkeit im Palast von Tunis ist sicherlich der Oberst der Leibgarde, Krüger-Bei. Ursprünglich stammt er aus der Mark Brandenburg. Anfang der dreißiger Jahre verschlug es ihn nach Tunis verschlagen, wo er sich zum "Herr der Heerscharen" hochdiente. Er hat den Oberbefehl über die mamelukische Leibwache des Beys.

Krüger ist auch ein Deutscher von Geburt. Er hat eine Vergangenheit hinter sich, wie sie kein Romanschreiber sich phantastischer aussinnen könnte.[...] Auf der Wanderschaft nach Frankreich verschlagen, hat er sich in die Fremdenlegion anwerben lassen, ist in Algerien desertiert, über die tunesische Grenze entwichen und dort Sklave geworden. Infolge seiner Anstelligkeit steckte man ihn später unter das Militär; er hielt aus, avancierte, kam zur Leibwache und hat es schließlich bis zum Obersten derselben gebracht. Mohammed es Sadok Pascha schenkt ihm sein ganzes Vertrauen.
Karl May, Satan und Ischariot II


Die Hafenstadt Sfax ist die zweitgrößte Stadt Tunesiens und erlangte bereits im 12. Jahrhundert eine große wirtschaftliche Bedeutung durch den Export von Olivenöl.
Etwas 130 km südlich der Hauptstadt Tunis liegt Sousse. Die Stadt wurde bereits von den Phöniziern als Handelsstützpunkt errichtet. Im 9. Jahrhundert errichtete man hier ein Ribat, das als Grenzfestung und Ausgangsbasis für die islamische Eroberung Siziliens diente. In späteren Jahren der türkischen Herrschaft war Sousse ein Stützpunkt für Korsaren der maghrebinischen Barbaresken.
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Verrat auf dem Mississippi (WOPC Gewinnabenteuer)

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« Antwort #1 am: 03. Februar 2016, 22:45:46 »


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Antw:[Old Slayerhand] ISdP - Länder und Provinzen
« Antwort #2 am: 03. Februar 2016, 23:06:31 »

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"In den letzten zehn Jahren hat sich unser Territorium halbiert, mehr als zwanzig Siedlungen sind der Verderbnis anheim gefallen, doch nun steht eine neue Generation Grenzer vor mir. Diesmal schlagen wir zurück und holen uns wieder, was unseres ist.
Schwarzauge wird büssen."
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